Freitag, 14. Dezember 2018
Notruf: 112

Bitte an die Ratsversammlung zum Pleißemühlgraben

„…Einer Öffnung des Pleißemühlgrabens im Standortbereich Hauptfeuerwache zwischen Lessingstraße und Jahnallee/Goerdelerring, wird aus einsatztaktischen und nutzungstechnischen Erfordernissen der Feuerwehr nicht zugestimmt. … Daher wird für diesen Bereich ein alternativer Trassierungsvorschlag ausgearbeitet. Diese Passage stammt nicht etwa aus einer aktuellen Publikation oder Vorlage, sondern ist ein Exzerpt aus dem einstimmigen Beschluss 35/94 des Leipziger Stadtrates vom 17.08.1994. Diese kluge Entscheidung war das Ergebnis guter Beratung.

Die Hauptfeuerwache an ihrem jetzigen Standort ist aus einsatztaktischer Sicht der wichtigste Standort für die Branddirektion, zu der neben der Feuerwehr auch Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes gehören. Das Gebäude befindet sich zurzeit in der Komplettsanierung, die dringend notwendig geworden ist. In einem Interimbau auf dem Hof sind nur noch Einsatzkräfte als Ersteinheit für die Innenstadt stationiert, die im Bedarfsfall von Kameradinnen und Kameraden anderer Standorte unterstützt werden. Für die Zeit der Sanierung und der damit einhergehenden Dislokation der Mitarbeiter sind alle anderen Feuerwachen bis zur absoluten Belegungsgrenze ausgelastet, für die Verwaltung wurde ein Objekt angemietet. Für diese Übergangszeit sind bedeutende logistische Anstrengungen nötig, um den Anspruch für eine sichere Stadt zu gewährleisten. Diese Herausforderungen nimmt man aber gern an, mit dem Wissen, dass nach der Sanierung eine Hauptfeuerwache bezogen werden kann, die diesen Namen auch verdient und in der die Kolleginnen und Kollegen, die einen anerkannten, verantwortungsvollen und schwierigen Job ausüben, bestmögliche Arbeitsbedingungen vorfinden. Dafür ist eine Nutzung des Hofes fast unausweichlich. Die Abläufe in einer Organisation, die täglich mit über 1.000 Einsatzkräften im Haupt- und Ehrenamt für den Schutz einer der zurzeit aufstrebendsten Städte in Europa, deren Bevölkerung und den zahlreichen Gästen, zuständig ist, sind sehr komplex. Da kann man nicht so einfach mal ein paar Gebäude und Einsatzmittel verschieben. Auch der Bau einer weiteren Feuerwache löst nicht alle Problem, die mit dem Verlust der Funktionalitäten des gesamten Komplexes einhergehen. Eine Bebauung des Fleischerplatzes, wie einige „Experten“ fordern, wäre nicht nur ein deutlicher Einschnitt für die Stadtansicht. Dieser Platz, ursprünglich als Exerzierplatz für die Feuerwehr geschaffen, wird auch weiterhin als Übungsplatz, Aufstell- und Bereitstellungsplatz für Einsatzkräfte der Gefahrenabwehr in besonderen Einsatzlagen, als citynaher Landeplatz für Rettungshubschrauber und für weitere sicherheitsrelevante Aufgaben benötigt. Der Vorstand des Leipziger Feuerwehrverbandes dankt der Stadtverwaltung Leipzig für den Vorschlag, den Pleißemühlgraben nicht im historischen Verlauf zu öffnen. Natürlich ist den 339 Bürgerinnen und Bürgern zu danken, die im Bürgerbeteiligungsverfahren votiert haben. Wir bitten jedoch auch die 218 Engagierten, die für den Verlauf hinter der Hauptfeuerwache der fast 600.000 Einwohner zählenden Messestadt stimmten, die Bedürfnisse der Branddirektion anzuerkennen. In einer Demokratie werden in Form von Wahlen die möglichst besten Kandidaten ausgewählt, die Entscheidungsämter ausüben sollen. Diese Fachleute sind dazu gewählt, die besten Entscheidungen zu treffen. Wir bitten die Stadträte Leipzigs, nicht nur im Sinne des Ratsbeschlusses 35/94, die Öffnung des Pleißemühlgrabens und damit den Nutzungsausfall des Hofgeländes der Hauptfeuerwache zu verhindern. Torsten Kolbe, stellvertretender Vorsitzender des Leipziger Feuerwehrverbandes e.V. ​


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok